Begegnungen - meine Lieblingsbilder 2025
Die meisten Jahresrückblicke erscheinen wohl zu Silvester. Im TV sieht man dann oft „die 100 besten Irgendwas von irgendwem“. Und auf Instagram nutzen viele gerne kurze Videos – meist schnell, hektisch und mit Jump Cuts geschnitten. Gerade bei Fotografen wundert mich dieses Vorgehen. Ich verstehe, dass Videos dem Algorithmus zuträglich sind. Aber wollen wir Fotografen wirklich, dass unsere Bilder, in die wir meist viel Herzblut gesteckt haben, im Halbsekundentakt vorbeirauschen? Wäre es nicht schöner, wenn sich die Menschen einen klitzekleinen Augenblick Zeit nehmen, um sie zu betrachten?
Ich habe mir für meinem Rückblick etwas mehr Zeit genommen, um meine Lieblingsbilder zusammenzustellen. Dabei wurde mir schnell bewusst, dass es mir gar nicht primär um die Bilder an sich geht, sondern vielmehr um die Menschen und die Erinnerungen an die Begegnungen. Das Jahr 2025 habe ich auf vielerlei Ebenen als sehr herausfordernd empfunden. Häufig fühlte es sich für mich (und wahrscheinlich auch für viele andere) so an, als würde man von den schlechten Nachrichten regelrecht aufgerieben. Immer wieder ertappte ich mich bei der Frage: „Was ist denn mit den Leuten los?“ Umso mehr habe ich jede nette, positive oder inspirierende Begegnung regelrecht aufgesogen wie ein Schwamm.
Meine Jahresrückschau ist daher vermutlich eher eine persönliche Reflexion – ein Zusammenfassen der positiven Begegnungen. Vielleicht geht es ja dem einen oder anderen ähnlich beim Blick auf 2025, und du hast Lust auf meine kleine, persönliche Sicht auf das vergangene Jahr.
Johannes Ditsche - Engagement statt Meckern
Manchmal reicht ein kurzer Blick in die sozialen Medien, und man bekommt den Eindruck, dass Meckern eine Art Volkssport ist. Irgendetwas geht immer gar nicht – und früher war sowieso alles besser.
Umso erfrischender ist es für mich, durch meine Arbeit im Lokaljournalismus auch Menschen kennenzulernen, die nicht nur schimpfen oder ihre Meinung lautstark äußern, sondern konstruktiv anpacken. Johannes Ditsche ist so ein Mensch. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, für den Erhalt der Stadthäuser an der Schnabelsmühle zu kämpfen, und bringt dabei seine Expertise sowie viele neue, innovative Ideen und Visionen ein. Das imponiert mir sehr.
Besonders gefreut habe ich mich darüber, dass er nicht nur für ein Porträt zur Verfügung stand, sondern auch meine kleine Spielerei im Treppenhaus mitgemacht hat. Vielen Dank, lieber Johannes Ditsche, für diese motivierende Begegnung.
Eine umfangreiche Vorstellung seiner Ideen findet Ihr übrigens hier.
“Du bes die Stadt” - Der Senat der KG Große Gladbacher
Schon seit Jahren ziehe ich zu Karneval los, um den Zug in Bergisch Gladbach zu fotografieren. Nachdem bereits die Germanen eine Art Vorläufer des Karnevals feierten, um die winterlichen Geister zu vertreiben, ist er auch für mich ein Vorbote des Frühlings. Nach dem grauen, dunklen Januar wird es langsam wieder bunt und fröhlich.
In diesem Jahr durfte ich allerdings noch etwas ganz Besonderes miterleben: Dort, wo sich der Zug auflöst – zwischen Laurentiuskirche und Löwen – bildeten die Mitglieder des Senats der „Großen Gladbacher“ einen Kreis, hakten sich unter und schunkelten und sangen zu „Tommi“, meinem Lieblingssong von AnnenMayKantereit. Das reichte Hans-Joachim Danz, dem Vizepräsidenten des Senats, aber offenbar noch nicht. Kurzerhand verkündete er, dass die eigentliche Hymne des Senats eine andere sei – und spielte die Dudelsack-Version von „Du bes die Stadt“.
Vielen Dank, liebe Jecken, für diesen Gänsehautmoment.
Die komplette Fotoreportage findet Ihr übrigens hier.
Nicole Mrziglod - mehr als ein einfaches Interview
„Die VHS Bergisch Gladbach hat eine neue Leitung“ ist vermutlich keine Meldung, die Leserinnen und Leser eines Lokalmediums spontan vom Hocker reißt. Umso schöner ist es, wenn sich hinter solchen Terminen mehr verbirgt als nur ein klassisches Interview.
Aus der Vorrecherche wussten wir bereits, dass sich Frau Mrziglod auch über ihren Job hinaus für Themen wie Integration und Bildung engagiert. Trotzdem hatte ich nicht erwartet, dass sich daraus ein so angenehmes und tiefgehendes Gespräch über gesellschaftliche Themen entwickeln würde.
Und am Ende durfte ich dann auch noch ein etwas anderes Porträt fotografieren. Vielen Dank, liebe Frau Mrziglod, für diese mutmachende Begegnung.
Das komplette Interview findet Ihr übrigens hier.
Mehrgenerationenhaus Refrath
Vor der nächsten Begegnung hatte ich ordentlich Fracksausen. Wir durften über die Fertigstellung eines Mehrgenerationenhauses in Refrath berichten – ein Ort, an dem Menschen verschiedener Generationen mit und ohne Behinderung unter einem Dach zusammenleben. Das Besondere daran: Die Menschen mit Behinderung leben zwar in einer Gruppe, haben aber eigene Wohnungen und können so möglichst selbstbestimmt leben – und gleichzeitig in der Nähe ihrer Bezugspersonen sein.
Ich wollte den Alltag der Menschen zeigen. Festhalten, wie sie zusammenleben und was diesen Ort ausmacht. Gleichzeitig hatte ich große Berührungsängste. Meine größte Sorge war, dass es mir vielleicht nicht gelingen würde, die Menschen so darzustellen, wie ich sie sehe: als Menschen mit einem Recht auf Privatsphäre und darauf, als selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft wahrgenommen zu werden. Ich wollte keine Bilder machen, auf die man mit Mitleid schaut, sondern solche, die Menschen zeigen, wie sie sind.
Ich kann kaum in Worte fassen, wie nervös ich vor diesem Termin war. Umso dankbarer bin ich, wie offen und herzlich mich die Bewohnerinnen und Bewohner – und auch die meisten Begleitpersonen – aufgenommen haben. Wie sehr sie es mir damit erleichtert haben, sieht man, glaube ich, auch meinem Lieblingsbild aus der Serie an.
Vielen Dank, liebe Bewohnerinnen und Bewohner des Mehrgenerationenhauses, für die Einblicke in euren Alltag und dafür, dass ihr mich trotz meiner Nervosität so freundlich empfangen habt.
Alle Hintergründe zum Mehrgenerationenhaus Refrath findet Ihr übrigens hier.
Nils Peter - Wenn Zeit keine Rolle spielt
In der Kunst- und Kulturberichterstattung ergeben sich für mich oft besonders spannende Begegnungen. Auch wenn ich von Kunst nicht allzu viel verstehe, unterhalte ich mich gerne mit Künstlerinnen und Künstlern, um zu erfahren, wie sie ticken, was sie antreibt und wie ihre Werke entstehen. Und ganz pragmatisch: Für meine Porträts bringen sie oft mehr Geduld mit als „normale“ Leute. Zeit war auch bei dieser Begegnung das entscheidende Stichwort – der Termin dauerte am Ende ganze sieben Stunden.
Meine Kollegin und ich sollten über eine neue Location für Kunst und Kultur in Bergisch Gladbach berichten. Die Ausstellung „Enjoy“ des Kölner Künstlers Nils Peter war die Eröffnungsausstellung der „Lux-Hallen“ in Heidkamp – der ehemaligen Firmenzentrale des Baustoffhandels Lux. Alles ist rau, unrenoviert und dadurch voller Charme. Genau das wollte ich auch im Porträt einfangen.
Wenn es die Zeit zulässt, gehe ich gerne mit Künstlern durch ihre Ausstellung, höre zu und stelle Fragen. So auch dieses Mal. Ganze zwei Stunden vergingen, bis mir auffiel, dass ich ja eigentlich noch fotografieren wollte. Längst waren wir da von der beruflichen Ebene bei gesellschaftlichen Themen angekommen.
Der naheliegende Impuls wäre gewesen, die Ausstellung schnell zu fotografieren und noch rasch ein Porträt zu machen. Stattdessen entdeckte ich diesen Tisch mit Stehlampe und Fenster – und hatte sofort ein Bild im Kopf: der Künstler an diesem Tisch, die Lampe im Hintergrund als Ambient Light, alles roh, aber sauber ausgeleuchtet. Ehrlich gesagt hatte ich nicht erwartet, dass Nils Peter noch die Geduld haben würde, mich eine Weile mit dem Licht herumtüddeln zu lassen. Aber ich habe mich geirrt.
Zwischen Gesprächen über Gott und die Welt und immer neuen Blitzeinstellungen entstand schließlich dieses Porträt. Ich nenne meine Bilder selten „toll“, aber dieses ist es wirklich – und ich bin ein bisschen stolz darauf. Auch nach der Knipserei war Nils Peters Geduldsfaden noch nicht gerissen, und wir saßen noch eine ganze Weile im Hof der Lux-Hallen zusammen und kamen von „Hölzgen auf Stöckchen“.
Der Nachmittag endete schließlich mit einer herzlichen Umarmung. Vielen Dank, lieber Nils, für diese wirklich besondere Begegnung – und für Deine Geduld. :-)
Paula Knaps Loos - Kichern, klicken, fertig
Fotografie kann vieles sein: Reportage, Kunstform, Storytelling. Manchmal ist sie aber auch einfach das Einfangen eines Moments – und wenn man Glück hat, drückt man den Auslöser genau im richtigen Augenblick. Dieses Glück hatte ich bei der Reportage zur Ausstellung „Wand (ge)schichten“ von Paula Knaps Loos.
Dieses Bild erinnert mich noch heute genau an die Situation und erzählt sie so, wie ich sie wahrgenommen habe: Nachdem ich die Ausstellung im Partout Kunstkabinett fotografiert hatte, brauchte ich noch ein Porträt der Künstlerin. Und weil ich einfach den Schnabel nicht halten kann, haben wir mehr gealbert und gekichert als fotografiert. Aber keine Sorge – ein seriöses Porträt ist natürlich auch noch entstanden. 🙂
Vielen Dank, liebe Paula Knaps Loos, für diese sympathische und lustige Begegnung.
Den seriösen Beitrag über die Ausstellung findet Ihr hier. :-)
Korfball-Nationalspielerin Anna Orth - Zwischen Training und Porträt
Manche Einsätze ergeben sich einfach spontan. So war es auch bei diesem Foto. Mittags wurde ich gefragt, ob ich am Abend Zeit hätte, ein Korfball-Training zu fotografieren. Ich muss gestehen, dass ich mich erst einmal informieren musste, was Korfball eigentlich ist. Dass ich dort später eine Nationalspielerin vor der Kamera haben würde, wusste ich zu diesem Zeitpunkt natürlich nicht.
Ähnlich erging es dann wohl auch der Protagonistin Anna Orth. Ihr Briefing bestand aus: „Ach ja, wir brauchen noch ein Porträt von dir.“ Da die Halle selbst nicht besonders fotogen war, erinnerte ich mich an Bilder des amerikanischen Sportfotografen Matt Canterbury und versuchte, ein stark geblitztes Porträt umzusetzen – mit einem deutlich unterbelichteten, aber noch erkennbaren Hintergrund.
Ich finde, das ist uns wirklich gut gelungen – erst recht, wenn man bedenkt, dass wir kaum fünf Minuten Zeit hatten, bevor das Training losging. Vielen Dank, liebe Anna Orth, für diese spontane Begegnung.
Fotograf Johannes Bichmann - Fotografie mit Haltung
Ein absolutes Highlight des vergangenen Jahres war die Begegnung mit dem Fotografen Johannes Bichmann aus der Nähe von Oldenburg. In Bergisch Gladbach eröffnete er seine Ausstellung „Das Leuchten des Alters“, für die er Seniorinnen und Senioren auf eine ganz eigene Art porträtiert hatte. Besonders inspirierend fand ich jedoch sein ausgeprägtes soziales und gesellschaftliches Engagement. Mit seinem Projekt „Vielfalt vereint“ setzt er sich für Diversität und ein offenes Miteinander ein.
Vielen Dank, lieber Johannes, für diese äußerst inspirierende Begegnung.
In einem früheren Blogpost hatte ich schon über die Ausstellung berichtet. Den Post findet Ihr hier.
Ex-Bürgermeister Frank Stein - Wenn ein Kapitel endet
Die Amtszeit des ehemaligen Bürgermeisters Stein durfte ich über einen längeren Zeitraum begleiten – vom Wahlkampf bis zu seinem Ausscheiden. Daher fand ich es besonders spannend, bei seinem letzten großen Interview dabei zu sein und zu erfahren, wie er auf diese Zeit zurückblickt: welche Dinge er als Erfolg sieht und welche weniger.
Am Ende war es tatsächlich ein komisches Gefühl zu wissen, dass dieser Abschnitt nun endet. Vielen Dank, lieber Frank, für diese wertschätzende Begegnung
Das vollständige Interview findet Ihr übrigens hier.
Künstlerin Heike Peppler - Ein Raum voller Farbe
Irgendwie kann man manchmal den Eindruck gewinnen, dass wir gerade in einer eher düsteren und grauen Zeit leben. Zumindest empfinde ich das gelegentlich so. Genau deshalb ist mir die Begegnung mit der Künstlerin Heike Peppler so nachhaltig in Erinnerung geblieben – denn diese Begegnung war vor allem eines: bunt.
Kurz vor der offiziellen Eröffnung der Atelieretage auf Zanders durfte ich mich dort mit der Kamera umsehen. In der obersten Etage des Werkstattgebäudes auf dem Zandersgelände hatten zehn Kunstschaffende ihre neuen Ateliers bezogen – oder waren gerade dabei, sie einzurichten. Die einzelnen Räume waren sehr individuell gestaltet, der allgemeine Bereich der Etage wirkte dagegen eher industriell: dunkle PVC-Böden, hohe Betondecken, lange Gänge mit dunkelgrünen Türen und Neonlicht.
An einer Stelle jedoch fiel plötzlich helles, farbiges Licht in den Gang, das sofort meine Neugier weckte. Die Tür zum Atelier stand offen, und die tief stehende Abendsonne traf auf mehrere knallbunte Kunstwerke. Das Licht wurde reflektiert und tauchte den gesamten Raum in ein warmes Orange, fast schon Pink. Der Blick in den Raum war beeindruckend – wie ein Moment des Aufatmens: hell, freundlich und voller Farbe.
Kurze Zeit später traf dann auch die Besitzerin des Ateliers ein, und mir war sofort klar, dass es ihre Kunstwerke sein mussten, denn sie strahlte eine ganz ähnliche Präsenz aus. Wir unterhielten uns eine ganze Weile, ehe ich schließlich dieses tolle Porträt von ihr fotografieren durfte. Vielen Dank, liebe Heike Peppler, für diese erhellende Begegnung.
Einen umfangreichen Blick in die Atelieretage auf Zanders gibt es hier.
Bananensprayer Thomas Baumgärtel - Kunst mit Haltung
Begegnungen und Inspiration: Die meisten Texte zu meinen Bildern konnte ich relativ leicht niederschreiben, weil mir zu jedem Foto eine konkrete Situation in Erinnerung geblieben ist – so wie bei dem lichtdurchfluteten Raum bei Heike Peppler. Bei diesem Bild ist es etwas anders, denn es ist nicht die eine Szene, die hängen geblieben ist, sondern die gesamte Ausstellung und ihre entspannte Atmosphäre.
Naja, ich hatte einen sehr bekannten Künstler vor der Kamera – mittlerweile schon zum zweiten Mal. Und obwohl ich in den letzten Jahren bereits einige sehr bekannte Menschen vor der Linse hatte, war ich doch ziemlich nervös, als ich Baumgärtel vor zwei Jahren zum ersten Mal fotografieren durfte. Dieses Mal war es komplett anders: ganz entspannt und ohne große Distanz – fast so, als würde ich einen guten Bekannten fotografieren. Und ich finde, das sieht man dem Foto auch an.
Der eigentliche Grund, warum dieses Bild zu meinen Lieblingsaufnahmen aus 2025 zählt, ist jedoch ein anderer: Mit einigen seiner Werke bezieht der „Bananensprayer“ klar Stellung – teils auch kontrovers. Genau das imponiert mir.
Vielen Dank, lieber Thomas Baumgärtel, für diese lockere und inspirierende Begegnung.
Alle Informationen zur Ausstellung “I spray for freedom” gibt es hier.
Auf Schicht mit…
In unserer neuen Serie „Auf Schicht mit …“ begleiten wir Menschen bei ihrer Arbeit und zeigen, wie ihr jeweiliger Arbeitsalltag aussieht. Ich mag solche Formate sehr, denn sie stellen einen Fotografen vor ganz neue Herausforderungen: nichts ist gestellt, und man muss ständig aufmerksam bleiben und situativ reagieren.
Außerdem glaube ich, dass solche Einblicke auch zu mehr gegenseitiger Rücksichtnahme beitragen können. Ich war zum Beispiel immer wieder genervt davon, dass Busse relativ direkt aus den Buchten in den fließenden Verkehr einfahren, scheinbar ohne lange zu schauen, ob alles frei ist. Nachdem ich jedoch erlebt habe, wie stressig genau solche Situationen für die Fahrerinnen und Fahrer sind, gehe ich inzwischen anders damit um.
Vielen Dank, liebe Zina Maba, für diese informative und herzliche Begegnung.
Alle Beiträge aus der Serie “auf Schicht mit…” findet Ihr hier.
Singer-Songwriterin Lisa Spielmann
Ich darf für meinen Job so viele spannende Menschen fotografieren. Es gibt tatsächlich Tage, an denen ich mich richtig auf die jeweiligen Termine freue – deutlich häufiger als solche, an denen man den Job einfach neutral erledigt. Dabei bringen mir die Menschen vor der Kamera, meine Kolleginnen und Kollegen sowie mein Chef so viel Vertrauen und oft auch Geduld entgegen, dass ich sehr frei und kreativ das tun kann, was ich liebe: fotografieren, gestalten und Ideen umsetzen.
Das Interview mit Lisa Spielmann war genau so ein Tag. Eine tolle Location, ein angenehmes Setting und spannende Menschen vor der Kamera – das sind genau die Termine, die hängen bleiben. In dem Gespräch ging es übrigens um ihre neue Single „Danke sagen“.
Vielen Dank, liebe Lisa Spielmann, für diese Begegnung, in der mir einmal mehr klar wurde, dass ich beruflich genau das tun darf, was ich mir immer gewünscht habe.
Hier geht’s zum Interview.
Autorin und Journalistin Rosine De Dijn - Eine mahnende Begegnung
Es war eine sehr besondere Begegnung. Für einen Artikel zur Buchvorstellung von „In bevorzugter Lage – Die Waldhaus-Villenkolonie Frankenforst bei Köln, 1908–1958“ brauchten wir noch passende Bilder. Da es Dezember war und die Villen sowie die schönen Alleen im Frankenforst im schlechten Licht und ohne Laub wenig hergaben, blieb letztlich nur ein Porträt der Autorin.
Frau De Dijn, eine sehr elegante ältere Dame, war eigentlich gar nicht besonders daran interessiert, fotografiert zu werden. Also habe ich mich zunächst auf das Interview meiner Kollegin eingelassen und wollte eigentlich nur ein paar Momentaufnahmen des Gesprächs machen.
Am Ende saß ich jedoch fast reglos dabei und klebte förmlich an den Lippen dieser Frau. Ich vergaß zeitweise sogar das Fotografieren, weil die Geschichten, entgegen meiner Erwartung, so eindrücklich waren. Besonders die Erzählungen aus der Kriegs- und Nachkriegszeit haben mich beschäftigt.
Immer wieder zog sie Parallelen zur Gegenwart und zur politischen Lage. Sie sprach über Menschen, die regelrecht versessen auf Krieg gewesen seien – und meinte damit Nationalsozialisten, die beispielsweise als Lehrer in Schulen arbeiteten und junge Menschen für ihre Ideologie formten.
Auch jetzt bin ich noch beeindruckt davon, wie lebendig sie über diese Zeit erzählte – teilweise sogar mit feinem Humor – und wie klar und unmissverständlich sie schließlich mahnte: „Und heute sind sie wieder da.“
Vielen Dank, liebe Frau De Dijn, für diese mahnende Begegnung.
Zum Artikel geht´s hier.