Ausstellung zum 90. Geburtstag von Eckard Alker

Eckard Alker in seinem Atelier im Frankenforst.

Es gibt Menschen, die einen Raum betreten und sofort Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Sie erzählen von ihren Erfolgen, ihren Erfahrungen und dem, was sie erreicht haben.

Eckard Alker gehört nicht zu diesen Menschen.

Als ich ihn im Februar in seinem unscheinbaren Haus im Frankenforst besuchen durfte, stand nicht sein Werk im Vordergrund. Nicht die vielen Jahrzehnte, in denen er die Kunstszene der Region geprägt hat. Was mir in Erinnerung geblieben ist, war seine Bescheidenheit. Die Ruhe, mit der er sprach. Und eine Tiefe, die sich nur schwer beschreiben lässt.

Dabei hätte er allen Grund, stolz auf das Erreichte zu sein. Die Ausstellung zu seinem 90. Geburtstag versammelt Arbeiten aus einem langen Künstlerleben. Doch nichts an ihm wirkt selbstgefällig oder übertrieben von sich eingenommen. Im Gegenteil. Er begegnet seinem Gegenüber mit einer Offenheit und Bescheidenheit, die mir imponiert. Und dabei ist er so herzlich.

Es ist schwer zu beschreiben, woran das liegt. Vielleicht an seiner Art zuzuhören. Vielleicht an der Ruhe, die er ausstrahlt. Vielleicht auch daran, dass er seinem Gegenüber mit einer Aufmerksamkeit begegnet, die selten geworden ist.

„Manchmal gelang mir was.“

Neunzig Jahre alt ist Eckard Alker geworden. Ein Künstler, dessen Werk über Jahrzehnte gewachsen ist. Und dann dieser Titel.

Nicht „Mein Lebenswerk“.

Nicht „90 Jahre Kunst“.

Nicht einmal „Rückblick“.

Sondern: „Manchmal gelang mir was.“

Kunsthistoriker Dr. Dieter Ronte hält die Laudatio

Die Ausstellung versammelt Arbeiten aus mehreren Jahrzehnten. Malerei, Zeichnungen, Druckgrafiken, Collagen und Objekte. Sie geben einen Einblick in ein langes Künstlerleben und zeigen die Vielfalt seines Schaffens.

Dabei geht es nicht um die große Geste. Nicht um Selbstinszenierung. Vielmehr entsteht der Eindruck eines Menschen, der mit offenen Augen durch die Welt gegangen ist und seine Beobachtungen, Erinnerungen und Gedanken in unterschiedlichsten Formen festgehalten hat.

Besonders berührt haben mich mehrere Collagen mit Postkarten, die er nach dem Tod seiner Frau an sie geschrieben hat.

Es sind sehr persönliche Arbeiten. Nachrichten an einen Menschen, der nicht mehr antworten kann. Liebevoll, zärtlich und voller Verbundenheit.

Während ich sie betrachtete, hatte ich beinahe Hemmungen, die Kamera zu heben. Es fühlte sich an, als würde ich etwas fotografieren, das eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war.

Und vielleicht war es genau dieser Moment, in dem sich mein Eindruck von Eckard Alker noch einmal vertiefte.

Plötzlich begegnete ich in seinen Arbeiten demselben Menschen, den ich einige Wochen zuvor kennengelernt hatte. Derselben Bescheidenheit. Derselben Herzlichkeit. Derselben Offenheit.

Nicht als Inszenierung. Nicht als künstlerisches Konzept. Sondern als Ausdruck einer Haltung.

Rückblickend denke ich immer wieder über den Titel der Ausstellung nach:

„Manchmal gelang mir was.“

Nach allem, was ich gesehen habe, ist das wohl die bescheidenste Beschreibung eines beeindruckenden Lebenswerks, die man finden kann.

Die Webseite von Eckard Alker findet Ihr hier.


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