Kunst und Kultur - Januar bis März 2026
Im ersten Quartal 2026 durfte ich wieder fünf spannende Ausstellungen besuchen:
Künstlerkollektiv “Kabinett West”, Ausstellung “Abrakadabra” im Basement 16, Bensberg
Sammelausstellung “Frauen im geteilten Deutschland” im Kreishaus
Sammelausstellung “Zeichenräume” im Kunstmuseum Villa Zanders
Friedrich Förder, Ausstellung “Bergische Sagen und sagenhafte Gegenwart” in der Kulturkirche Herrenstrunden
Masaki Hagino, Ausstellung “ER, DIE KUNST UND WIR”, Partout Kunstkabinett, Herkenrath
Abrakadabra im Basement 16
Wie es aussieht, wenn sich elf Künstlerinnen und Künstler mit Zauberei und Illusion beschäftigen, zeigte die Ausstellung „Abrakadabra“ im Basement 16 eindrucksvoll. Kurator Tom Gully hatte das Thema in die Runde der Kunstschaffenden gegeben, und wer wollte, konnte einen Beitrag zur Ausstellung leisten. Besonders spannend war dabei weniger der Zauber selbst als die Vielfalt der künstlerischen Ausdrucksformen: Malerei, Skulptur, Keramik und Objektkunst traten in einen Dialog, der immer wieder neue Assoziationen hervorrief. Eine Ausstellung, die weniger Antworten gab, als Räume für eigene Gedanken öffnete.
Den ausführlichen Bericht zur Ausstellung findet Ihr hier.
Frauen im geteilten Deutschland
Die Ausstellung „Frauen im geteilten Deutschland“ im Kreishaus verband historische Spurensuche mit zeitgenössischer Kunst. Ausgehend von den unterschiedlichen Lebensrealitäten von Frauen in der DDR und der Bundesrepublik der 1970er- und 1980er-Jahre stellte sie vertraute Bilder und Klischees auf den Prüfstand. Ergänzt durch künstlerische Positionen von Frauen aus Ost- und Westdeutschland entstand ein vielschichtiger Blick auf Emanzipation, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Erwartungen. Besonders spannend war dabei die Erkenntnis, dass viele Fragen von damals bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren haben.
Den ausführlichen Bericht zur Ausstellung findet Ihr hier.
Zeichenräume in der Villa Zanders
„Zeichenräume“ zeigt, wie weit sich der Begriff Zeichnung fassen lässt. Die Arbeiten der neun Künstlerinnen lösen die Zeichnung vom Blatt und lassen sie in die Räume der Villa Zanders hineinwachsen. Mal zurückhaltend, mal raumgreifend entstehen Werke, die man nicht nur betrachtet, sondern regelrecht erkundet. Gerade diese Offenheit macht den Reiz der Ausstellung aus: Sie lädt dazu ein, genauer hinzuschauen und den Raum selbst als Teil der künstlerischen Arbeit zu begreifen.
Die Ausstellung ist noch bis zum 16. August 2026 im Kunstmuseum Villa Zanders zu sehen.
Teilnehmende Künstlerinnen
Monika Bartholomé, Claudia Busching, Kati Gausmann, Betina Kuntzsch, Angela Lubič, Katja Pudor, Kamilla Szíj, Jolanta Wagner, Julia Ziegler
Jolanta Wagner ist die einzige Zeichnerin im klassischen Sinn. Ihre filigranen Zeichnungen erinnern stark an Baupläne von Architekten.
Den ausführlichen Bericht zur Ausstellung findet Ihr hier.
Bergische Sagen und sagenhafte Gegenwart - Friedrich Förder
Passender könnte der Ort der Ausstellung kaum sein. Unweit der sagenumwobenen Zwergenhöhle und nur ein paar Meter von der Quelle der Strunde entfernt, erzählt Friedrich Förder Geschichten, die tief in der Region verwurzelt sind und erstaunlich aktuell wirken. Seine Arbeiten greifen bergische Sagen und Überlieferungen auf und schlagen eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Gerade dieses Zusammenspiel macht den Reiz der Ausstellung aus: Sie zeigt, dass alte Geschichten oft mehr über die Gegenwart erzählen, als man zunächst vermutet.
Bergische Sagen und sagenhafte Gegenwart
bis 31. Juli 2026 (verlängert)
St. Johannes der Täufer
Herrenstrunden 32, Bergisch Gladbach
Den ausführlichen Bericht zur Ausstellung findet Ihr hier
Masaki Hagino - ER, DIE KUNST UND WIR
Masaki Hagino beschäftigt sich mit einer Frage, die so einfach wie grundlegend ist: Wie nehmen wir die Welt wahr? In seinen Gemälden und Installationen geht es weniger um das dargestellte Motiv als um die subjektive Wahrnehmung von Wirklichkeit. Durch vielschichtige Farbaufträge, Unschärfen und bewusst offene Bildräume entstehen Arbeiten, die erst im Kopf der Betrachterinnen und Betrachter vollendet werden.
Masaki Hagino arbeitet oft an mehreren Bildern gleichzeitig.
Den ausführlichen Bericht zur Ausstellung findet Ihr hier